Mobilien. 1000 Möbel auf 80 Quadratmetern
4. Juli - 10. November 2008
Parallel zur Dauerausstellung zeigt das
Werkbundarchiv – Museum der Dinge eine neue Raum-Installation, die sich
mit dem Möbel als Museumsobjekt jenseits der üblichen
Zuschreibungen an einen Entwerfer oder einen stilistischen Zusammenhang
auseinandersetzt und die Frage nach dem Verhältnis von Mobiliar und
Raum aufwirft.
Im Zentrum steht die Installation „Can-Can“ der
Künstlerin Carolina Kecskemethy, die aus ihrer umfangreichen Sammlung
von Miniaturmöbeln eine ungewöhnliche Ding-Landschaft gestaltet.
Kecskemethy setzt diese dingliche Anordnung in Beziehung zu den
künstlerischen Elementen der Zeichnung und einer Videoarbeit zu Jacques
Offenbachs Musikstück „Can-Can“.
Kecskemethys Intention, ein Bild
kultureller Fremdheit und heterogener Zusammensetzung zu schaffen, wird
in der Gegenüberstellung mit den musealen Konstellationen aufgenommen
und verstärkt. In der seriellen Anordnung einer großen Anzahl
gebrauchter Möbel unterschiedlicher Zeiten und kultureller Herkünfte
zeigt sich im kleinen Format ein grundsätzlicher Aspekt der musealen
Arbeit. Das Museum arbeitet mit Objekten, die ihrem ursprünglichen
Kontext entrissen wurden und die trotz aller inhaltlichen Einordnungen
immer auch wie Strandgut der Geschichte wirken.
Das Format der kommentierenden
Ausstellung erzeugt eine neue Sicht auf die Bestandspräsentation des
Museums der Dinge, diesmal mit dem Fokus der Anordnung. Der
künstlerisch thematische, der museal reflektierende und der spielerisch
theatralische Einsatz der Möbel beziehen sich aufeinander. Es entsteht
eine dialogische Struktur, die auf der Spannung zwischen groß und
klein, zwischen Realitätsfragment und Modell, Fläche und Raum beruht.
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