|
|
|
Stand der Dinge -Archiv | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Suche Kontakt Übersicht |
"Das Gold der Tairona" - Vortrag von Christoph Balzar und Hanune Shalati, BerlinMontag, 23. Januar 2012, 19.30 Uhr im Museum der Dinge Ethnologica stellen als Exponate in Völkerkundemuseen nicht nur Fragmente einer Kultur dar, sondern sind auch oft Zeitzeugnisse kolonialer Aneignung. In den letzten Jahrzehnten haben zahlreiche Fälle für Aufsehen gesorgt, in denen indigene Volksgruppen ihre Ansprüche auf solche Ausstellungsstücke geltend machen konnten. Viele Artefakte, die ihnen im Zuge des Kolonialismus geraubt wurden und heute als außereuropäische Kunstwerke ausgestellt werden, bezeichnen sie nach wie vor als Heiligtümer. Doch liegt der Unterschied zwischen Kunstwerken und Heiligtümern wirklich nur im Auge des Betrachters? Dieser Frage gehen der Ausstellungsmacher Christoph Balzar und der Philosoph Hanune Shalati am konkreten Fall der Tairona-Goldarbeiten nach. Diese wurden hauptsächlich im 19. und 20. Jahrhundert vom Gebiet des heutigen Kolumbiens von heiligen Stätten ausgegraben und an westliche Kunstsammlungen verkauft. Für ihre traditionellen Eigentümer, das Volk der Kogi, stellt dies jedoch ein gewaltiges Sakrileg dar, weswegen sie auf die Rückgabe dieser Heiligtümer pochen. Doch gerade kulturhistorische Museen, welche den Großteil dieser Artefakte verwahren und ausstellen, lehnen solche Anfragen meist ab. Sie begründen dies damit, die Kogi könnten sich heutzutage nicht mehr sachgerecht um dieses nationale Kulturerbe kümmern, eine Aussage, die wohl nicht zuletzt die eigenen Besitzansprüche untermauern soll. Im Streit darüber, ob die Tairona-Goldarbeiten nun wie Kunstwerke konserviert oder wie Heiligtümer gebraucht werden sollen, haben sich die Fronten verhärtet.
Balzar und Shalati konnten im Rahmen der Restitution dreier Tairona-Goldarbeiten belegen, dass die Kogi selbst konservatorisch in höchstem Maße qualifiziert sind, ihr Kulturerbe eigenständig zu verwalten. Die „mamas“, ihre spirituellen Oberhäupter, erklärten ihnen, dass es sich bei diesen Heiligtümern nicht etwa um symbolische Darstellungen ihrer Gottheiten handelt, sondern um deren tatsächliche Verkörperungen. Die Konsequenzen, die dies nicht zuletzt für diese Museen als Orte der Repräsentation ihrer Kultur hat, möchten Balzar und Shalati im Anschluss an ihren Vortrag mit den BesucherInnen diskutieren. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung "Museumsbauhütte II" statt (siehe http://www.museumderdinge.de/stand_der_dinge/) und wird veranstaltet von Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste Werkbundarchiv – Museum der Dinge |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| zurück zum Seitenanfang |