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Rezension zum Themenbereich "Deutsches Warenbuch"


Dr. Heide Rezepa-Zabel: Deutsches Warenbuch. Reprint und Dokumentation. Gediegenes Gerät fürs Haus. Berlin: Reimer 2005.

Das Deutsche Warenbuch – ein „bilderreiches Verzeichnis auserlesener Ware“, wie es im Vorwort umschrieben wurde - erschien 1915. Der Deutsche Werkbund hatte den "Warenkatalog" in Zusammenarbeit mit dem Dürerbund herausgegeben.
Seinem Charakter nach ein praktischer Ratgeber in Buchform, umfasst das Warenbuch 1660 Abbildungen von Gebrauchsgegenständen, die den Konsumenten einen Einblick in industrielle Qualitätswaren geben sollten. Die damals absichtlich vorgenommene anonymisierte Abbildung der Objekte sollte dem Leser die Möglichkeit zu einer rein sachlichen Beurteilung der Waren bieten.
Heutzutage dient das Warenbuch Sammlern, Forschern und Designern als eine Art Kompendium für Alltagsgegenstände.

Die Autorin Dr. Heide Rezepa-Zabel selbst bezeichnet die Auswahl der Waren als die „wohl umfangreichste Zusammenschau der deutschen Kunstgewerbebewegung“. Mit ihrer Forschung ist es Rezepa-Zabel gelungen, für einen großen Teil der Gegenstände Entwerfer und Hersteller nachzuweisen und - soweit möglich - auch den Produktionszeitraum anzugeben. Zwei einführende Kapitel zum Vorläuferprojekt des Warenbuches sowie zur Kooperation zwischen Dürerbund und Deutschem Werkbund führen in die Materie ein.

Einen Zugang zu den umfangreichen Forschungsergebnissen bieten die Register und Dokumentationen im Anhang des Buches:
Der Vorläuferkatalog des Warenbuches erschien im Jahre 1912 unter dem Titel „Gediegenes Gerät fürs Haus“. Als Herausgeberin firmierte die Gemeinnützige Vertriebsstelle deutscher Qualitätsarbeit, gegründet vom Dürerbund Hellerau bei Dresden. Die Dokumentation enthält Literatur zu den abgebildeten Objekten sowie Querverweise zum Deutschen Warenbuch 1915.
Die folgende 306 seitenstarke Dokumentation zum Warenbuch umfasst sämtliche Artikel mit Verweisen zur Preisliste und zur Literatur. Diese Grundlagenforschung ermöglicht, dass die Produkte nun endlich zu einem überwiegenden Teil historisch verifizierbar sind. 

Zur biographischen und institutionellen Recherche verweist ein Register auf die beteiligten Künstlern und Schulen, ein weiteres auf die Hersteller und Vertreiber aus dem Warenbuch.

Dank der sorgfältigen und akribischen Forschung von Rezepa-Zabel sind die Objekte des Deutschen Warenbuches als eine der wichtigsten historischen Quellen zur Warenkunde erschlossen und die Arbeit der Autorin ist ein unentbehrliches Handbuch für alle, die sich mit der Alltagskultur des 20. Jahrhunderts beschäftigen.



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